Archive for the ‘PR’ Category

First time @ Neptun Award

Donnerstag, Mai 26th, 2011

Gestern fand im vom Aussterben bedrohten Kino Streit’s am Jungfernstieg in Hamburg der Neptun Award 2011 statt. Ich war vor Ort - und multimeditierte mir die Finger am iPhone wund. Das Event zeichnet jährlich im Wettbewerb von 5 Finalisten die beste Crossmedia-Kampagne des Jahres aus. Die für die jeweilige Kampagne verantwortliche Agentur muss vor Fachjury und Publikum performen und in 20 Minuten mit oder ohne Einspielfilme die Kampagne und deren Stringenz erklären bzw. vermitteln.

Hier der Mitschnitt der gelungen Erklärung der Veranstaltung von Moderator Harald Kratel:

Ich twitterte mir währenddessen die Finger wund, machte Fotos, drehte kurze Filme (leider keinen von der genialen “Show” der Rampensau von Scholz & Friends), und notierte und SMSte die Einzelnoten für die Abstimmung zu jeder Präsentation. Die Timeline bei Twitter unter #neptun11 zeigt recht gut den Verlauf des Events und die “Diskussionen” im Verlauf. Am Ende schlägt Meister (Scholz & Friends für Mercedes) den Meister der Herzen (kempertrautmann für die Initiative Vermisste Kinder) äußerst knapp, aber nicht unverdient. Das Budget der beiden Agenturen wollen wir besser nicht vergleichen…

In jedem Fall war für jeden etwas dabei: Spannung, Kurzweile, Fremdschämen (#Tenor), Inkompetenz, Begeisterung, Entertainment, Professionalität, große Emotionen, spannende Themen.

Fazit: Präsentieren ist nicht jedermanns Sache und entscheidet, wenn es eng wird bei einer Entscheidung. Und was das Thema Crossmedia angeht, ja, da ist noch - jedenfalls in der Masse - reichlich Luft nach oben. Aber bitte nicht falsch verstehen: Technik gut, richtig und zielgenau eingesetzt ist bisweilen grandios - nur um ihrer selbst willen kann sie aber genauso schnell sperrig, kompliziert, deplaziert, bemüht und desaströs wirken.

Ich freue mich auf das nächste Jahr, sage danke für die Einladung und großen Respekt an alle Beteiligten, besonders den 5 Kandidaten, die sich bis ins Finale gekämpft haben.

Wer wagt, gewinnt!

Who dares wins is something rather rarely practiced these days - at least in (German) politics. To enter a competition and to face the vote of jury and audience takes courage, drive and hard work. At yesterdays Crossmedia event in Hamburg - Neptun Award 2011 - attendants could experience all of this, and even more.

From my point of view, all the modern communications stuff is worth nothing without the human touch and the related emotions. Technique and gadgets just for the sake of themselves don’t amount to anything, but cleverly added might be that little difference between good and overwhelming.

I like the event - even before yesterday from the stories I heard about it - and am already looking forward to visiting it again next year. All in all, being there, one could witness again how important it is to think outside of the box.

A big thanx & respect for all those who have been involved in the event. See you next year!

Neu: Event-Talk der DPRG LG Nord / Ausstellung: “Beatlemania” in Hamburg

Montag, November 30th, 2009

Die Landesgruppe Nord der DPRG (Deutsche Public Relations Gesellschaft) hat heute Abend ein neues Veranstaltungsformat ins Leben gerufen. In den Räumen der Beatlemania-Ausstellung auf der Reeperbahn in Hamburg fand erstmalig der Event-Talk statt. In diesem Forum werden künftig Themen diskutiert, die sich an der Schnittstelle zwischen PR und Eventorganisation befinden. In Form von Vorträgen und Gedanken- und Erfahrungsaustausch können Hamburgs PR- und Eventdienstleister zusammen kommen.

Das Thema der Auftaktveranstaltung war die PR- und Marketingarbeit für Beatlemania. In einem Vortrag von gut einer Stunde stellten Bernd Zerbin und Stefan Rosenau von Octopus und FKP Scorpio zudem die die Entwicklung der Ausstellungsidee bis zur Eröffnung von Beatlemania im Mai 2009 vor.

Der DPRG-Landesgruppenvorsitzende Jürgen Braatz und Julia Viehrig von Stockheim Catering haben das neue Format gemeinsam entwickelt. Bereits am heutigen Abend haben die Teilnehmer zahlreiche weitere Eventlocations für die Folgeveranstaltungen vorgeschlagen. Damit zeigt sich schon sehr gut die Tragfähigkeit des Konzepts, denn ein gemeinsamer Austausch über aufregende Locations und wichtige Einzelthemen wurde sofort vom Publikum angenommen.

Nicht nur als DPRG-Mitglied hat mir der Abend sehr gut gefallen. Vor allem die Ausstellung, für die ich mir beim nächsten Besuch mehr Zeit nehmen werde, ist bemerkenswert. Die Einpassung der einzelnen Ausstellungselemente in die Räumlichkeiten des ehemaligen Erotic Arts Museum ist mehr als gelungen. Dazu kommt für mich meine Erinnerung an die Beatles-Filme, die ich in meiner Kindheit gesehen habe. Das sind Erinnerungen, die vor allem heutige Schulklassen wieder machen sollten. Vor allem entwickelt man doch wohl eher einen eigenen Stil und eine eigene Persönlichkeit, indem man den Wunsch des Berühmt-Werden-Wollens hinter die Arbeit und die Freude an der Musik stellt, und nicht umgekehrt. Es ist klar, dass ich damit mich nicht als sinngebender Unterstützer von Formaten wie “Popstars” oder “Deutschland sucht den Superstar” oute.

By the way, am Ende zählt doch nur: All you need is love!

Medien 2.0

Donnerstag, Juni 7th, 2007

Gestern Abend fand in der Bucerius Law School ein media coffee von news aktuell statt. Nach einem so genannten Business- Frühstück, an dem ich am Morgen zum Thema Prokura teilnehmen konnte, war auch hier zumindest der Rahmen juristischer Natur. Zur Information für den geneigten Leser: Ich darf und kann mich mit dem Titel Diplom-Jurist schmücken. Mit anderen Worten: nach dem 1. Staatsexamen war Schluss. Für mein Wesen zu wenig Raum für Kreativität und geistigen Tiefgang ohne Haarspalterei. Ich zitiere Alfred Biolek (zumindest sinngemäß): Ich habe Jura studiert, aber ich bin kein Jurist.

Die 90minütige Podiumsdiskussion im Audimaxx der Privaten Hochschule stand unter dem Titel “Von der Edelfeder zum Contentlieferanten? - Printmedien im Wandel”. Ganz frische Eindrücke finden sich übrigens im media coffee blog. Die Referenten waren sehr gut ausgewählt und vertraten TV, Print, Online, Nachrichten-Agentur und Journalistenschule. Und sie sind im einzelnen genauso aufgetreten, wie das vom Lebenslauf und dem von ihnen vertretenen Medium her zu erwarten war.

Kuno Haberbusch, ehemaliger Panorama-Redaktionsleiter, jetziger Leiter von Zapp - Das Medienmagazin und “einer der Köpfe von netzwerk recherche” deckte wohl die größte Bandbreite ab, sowohl in seinem Werdegang, als auch in seinen Ausführungen. Der Mann vom SPIEGEL, Holger Stark (”vielen Dank, dass Sie zwischendurch zu uns gekommen sind, sie werden ja schon wieder in Heiligendamm erwartet”) kommunizierte so unaufgeregt und sympathisch, dass das ohnehin zu niedrig angebrachte Ansteck-Mikrophon wohl kurz unterhalb seines Kehlkopfes richtig positioniert gewesen wäre. Neben ihm der auch nicht unsympathische, aber aus der Natur der Sache heraus etwas zu bemühte Frank Thomsen von stern.de. Er musste natürlich erstmal erklären, wie und vor allem wann sein Medium denn SPIEGEL online zu überholen gedenke. Rechts von ihm aus Zuhörersicht dann die Abteilung geschmeidig bis aalglatt, mit zu stark zur Schau gestelltem Selbstbewußtsein: Jan-Eric Peters, Gründungsdirektor der Axel Springer Akademie in Berlin. Springer eben. Last but not least, Dr. Wilm Herlyn, seines Zeichens seit 1991 Chefredakteur der dpa in Hamburg. Annette Hillebrand, Direktorin der Akademie für Publizistik in Hamburg, moderierte die Runde so souverän wie kurzweilig.

Die bisweilen zu gemütlich wirkende Wohnzimmer-Runde wurde immer dann etwas zum Rhythmuswechsel bewegt, wenn das Publikum beteiligt wurde. Die Veranstaltung stand zwar nicht gänzlich im Zeichen von Web 2.0, aber Themen wie Weblogs, Podcasts, Online-Journalismus, Click-Raten und eben Content standen doch stets unverrückbar im Raum.

Ich erinnere mich an eine Abendveranstaltung der DPRG Landesgruppe Nord in Hamburg im November 2005. Thema Weblogs als PR-Instrument, Referenten: Stefan Keuchel, Pressesprecher von Google Deutschland (mit Hexenschuss!), und Björn Ognibeni, Berater. Keuchel prophezeite, dass ähnlich wie vor 10 Jahren, als die Firmen die Notwendigkeit einer eigenen Website in Frage stellten und dann eines besseren belehrt wurden, dies ebenso im gleichen Zeitraum für Weblogs zu erwarten sei.

Die mögliche Zurückdrängung und/oder Entwertung des bisher bestehenden Journalismus, egal ob Online oder Print, durch den so genannten grassroot journalism der Blogger wurde sowohl auf dem Podium als auch im Publikum unterschiedlich eingeschätzt. Haberbusch stellte gelassen fest, dass sich sowieso nur gute Qualität am Ende durchsetze und die sei immer willkommen.

Die Filter-Funktion der Journalisten in der Informationsvermittlung wird durch die neuen Medien sicherlich nicht erleichtert. Meiner Meinung nach wird die Monopol-Stellung von Google im Internet früher oder später enden, was sicherlich nicht unvorteilhaft wäre. Haberbusch verlangte von Google mehr Offenheit in der Kommunikation und vor allem Transparenz. Abgesehen davon, dass im Silicon Valley (und sicherlich auch anderswo) fleissig an neuen Suchmaschinen-Techniken gearbeitet wird, ist vom technischen und funktionellen Standpunkt her Google ohnehin nicht die Nummer 1. Das mag zwar noch für die web-basierten Suchmaschinen gelten, nicht aber für Suchmaschinen-Software. Hier liegt das Programm DEVONagent deutlich in Führung. Kontext-Suche, Ergebnis-Filter und Aufteilung in Ordner und Hierachien lassen schön grüßen. Bisher nur für Apple-Rechner erhältlich. Leider. Allerdings bin ich da nicht mehr auf dem neuesten Stand. Sollte es mittlerweile auch für PCs erhältlich sein, so teile man mir das gerne mit!

Auf die unvermeidbare (und natürlich von Haberbusch angesprochene) Thematik Verhältnis von PR und Journalismus möchte ich hier gar nicht lange eingehen. Nur soviel: Das von Haberbusch mitgestaltete netzwerk recherche war mir jedenfalls nicht unbekannt. Ich habe seit über zwei Jahren ein Abo der vierteljährlich erscheinenden Fachzeitschrift für Journalismus message, in der regelmäßig und durchaus ausgewogen zu diesem Spannungsfeld Stellung genommen und berichtet wird. Es sei gestattet, einen Vergleich aus dem Automobilbau auf das Thema Recherche zu übertragen: Mehr Hubraum ist durch nichts anderes zu ersetzen als durch mehr Hubraum. Das gilt sicherlich auch für die Recherche. Dass Journalisten jedoch mit jedem Tag ein größeres Zeitdefizit bei ihrer Arbeit begleitet, und daher (gerne) auch auf PR-Material zurückgegriffen wird, bedeutet jedoch nicht, dass PR-Arbeit grundsätzlich so verächtlich wie von Herrn Haberbusch betrachtet werden muss. Von den spin doctors nach amerikanischem Muster sind wir hier doch - Gott sei Dank - (noch) ein gutes Stück entfernt.

Mit einem Ausblick auf die Zukunft wurden die Diskussionsteilnehmer dann um 19.40 Uhr entlassen. Fazit: Die Sinneseindrücke bei der Nutzung von Medien, insbesondere aus dem Print-Bereich werden das Rennen zwischen Online und Print noch Lange offen halten, jedenfalls aber dafür sorgen, das Zeitungen und Magazine nicht so schnell aussterben werden.

Dann durfte auch der Mann vom SPIEGEL wieder nach Heiligendamm zurück. Wir wissen nicht, ob er auch dort noch nette Gespräche bei Wein, Schnittchen und Mini-Wraps führen konnte. Wir hoffen es für ihn.