Archive for the ‘Gesundheit’ Category

Emotionen in 4 Farben - Begegnung mit einer großen Persönlichkeit || Colours and emotions - Meeting one of the last real personalities of our time

Freitag, Juni 17th, 2011

Am Tag vor Himmelfahrt bin ich in die Schweiz gefahren. Schon im Februar hatte ich ein Seminar zur Weiterbildung gebucht. Die exakte Initialzündung zur Anmeldung erinnere ich nicht mehr, aber den Plan dieses spezielle Seminar zu besuchen trug ich bereits seit Herbst 2009 in mir. Nach 30 Minuten am ersten von vier Seminartagen war mir schlagartig klar: Hier bin ich richtig!

Brunnen_Blick-Richtung Luzern_web

In Brunnen am Viewaldstätter See, zwischen Luzern und Zug gelegen, trafen 18 Teilnehmer aufeinander, die eines gemeinsam hatten: sie waren offen für Neues und bereit, über den eigenen Tellerrand zu sehen. Diese - sagen wir mal - gleichgerichtete Energie war eine wahre Wohltat und eröffnete zusätzliche Ressourcen für die Aufnahme der Inhalte der Veranstaltung: Farbpsychologie. Ein Ausdruck, der dem Dozenten und Entwickler der Methode sicherlich nur bedingt gefallen dürfte.

Max Lüscher nur für sich genommen, ist bereits ein (Natur)Ereignis. Das spiegelte sich unter anderem auch in den verschiedenen Nationalitäten der Teilnehmer wider: Schweiz, Niederlande, Österreich, England, Ukraine, Russland/ Lettland, Deutschland. Der Ansatz von Lüscher, die Atmosphäre, die Menschlichkeit, der Humor, die Herzlichkeit, die Organisation und Betreuung vor Ort (danke Frau Hennes!), die Anwesenden, die Logik des Ganzen - einfach faszinierend!

To look outside of the box is probably one of the characteristics that I appreciate the most about other people. Sometimes it can be exhausting to be like that, and at the same time it also can set free energy and creativity like nothing else. Sitting in a room with 20 people being open to new grounds and willing and able to reflect about themselves, was an experience I had at the beginning of June that I will never forget.

What had happened? I went to Switzerland to witness a course on colours and their emotional meaning. Hardly have I met a person like Max Lüscher before. His knowledge on human behaviour, his kind of speaking, the words he choses and his whole appearance is unique. He does not speak to sell something or to convince others, he speaks to get in touch with others, to broaden his horizon and to offer people an entrance to themselves. From my point of view, he is one of the last true personalities of our time, having witnessed almost 90 years of life and heaving met so many other brilliant people throughout this time. I can hardly express how thankful I am and will always be to have received the opportunity to get to know and learn from him.

Der 4-Farben-Mensch, wer ist das? Und wie ist er? Da ich niemals die Sprache und gewählten Worte dieses 1923 in Basel geborenen Mannes wiedergeben kann, taugt dieses Interview mit ihm sicherlich besser, um eine kurze Einführung in die Regulationspsycholgie zu geben und die Emotionen und Empfindungen zu beschreiben, die hinter den Farben stehen bzw. mit ihnen verbunden sind. Die “Psyche” des Menschen ist dreidimensional, und Worte können dieses komplexe Gebilde nur unzureichend beschreiben. Vor allem werten sie auch und geben letztlich nur Meinungen wieder. Aus dieser Erkenntnis heraus hat Max Lüscher vor über 50 Jahren seinen Farbtest entwickelt und ständig weiter verfeinert.

Aber hören wir den großen Menschenkenner selbst:

Unfortunately, this video is only available in German language, and there are hardly any interviews with him to be found in the web anyway. For information on Lüscher Color Diagnostic you should take a look here.

So what was the main thing I learned there apart from the fact that I do understand myself even better now and have never been that relaxed before? Let’s take this quote: “What is most important in life? In fact it is not only knowing people, but understanding how they are and why they are the way they are.

It is obvious that this knwoledge reflects on all areas of life. I’m looking forward to continuing the course in October. In fact, I’m already counting the days…

Virus - Botschaft aus dem eigenen Universum

Sonntag, Januar 9th, 2011

Die Tage an der frischen Luft konnte ich in den letzten zwei Wochen an einer Hand abzählen. Mein Körper hat komplett gestreikt und sich bis jetzt nicht entschieden, ob er weiter auf einer Lohnerhöhung besteht oder ihm weniger Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich ausreicht.

So las ich in den Tagen über Stille und suchte die Ruhe - doch vergeblich, weil der Körper keine gab. Alles in allem eine Frage der Erwartungshaltung. Wenn von 1000 Dingen, die man im Urlaub machen wollte, am Ende gar nichts übrig bleibt, dann ist das schon ziemlich gewöhnungsbedürftig. Andererseits schärft es den Blick für das Wesentliche. Nach Tagen von rein gar nichts bis kaum etwas, tastete ich mich erst an das Zeitungslesen heran und dann an das gute alte Buch. Jetzt habe ich immer noch 300 Seiten meines mexikanisch-chilenischen Schinkens vor mir und werde das vor der Rückkehr ins Büro auch nicht mehr schaffen.

Die Botschaft aus meinem Inneren ist jedenfalls bei mir angekommen, und ich habe mich auf den Weg gemacht. Ich werde über Hamburger Pflaster streifen und darüber berichten. Gewohnheiten kommen auf den Prüfstand - der Hut ist in den Ring geworfen. Doch der Alltag hat bereits sein gefräßiges Maul weit aufgerissen und ich kann das Schmatzen und Grunzen schon hören. Wenn es dann erstmal dazu reicht, häufiger als bisher Na und?! zu sagen, dann ist schon viel gewonnen.

Einen guten Start in das neue Jahr! Ein Jahr, dass - so sagt mir mein Gefühl - sehr schwierig werden wird, aber auch spannend und reich an Chancen. So wie jeder Tag.

Ich kenne den Osten wie meine Westentasche®

Samstag, Juli 17th, 2010

Zugegeben, die Besinnungsphase hat etwas länger gedauert, aber es waren ereignis- und erlebnisreiche drei Monate…

Ich lese noch immer an 2666 von Roberto Bolaño - gerade einmal 70 Seiten bin ich weiter gekommen, davon allein 50 in den letzten zwei Wochen. Und das Schreiben fehlt(e) mir. Dafür sind viele Projekte, Jobs und andere Dinge gut vorwärts gegangen. Das Laufen nimmt wieder seinen ihm gebührenden Platz ein und gibt jedem Tag einen unvergleichlichen Rhythmus.

Im Juni war ich in Berlin zu einem phantastischen Konzert der Thievery Corporation in Huxley’s Neue Welt. Anreise mit Freund und dessen Freundin am Nachmittag, am Abend das zweieinviertelstündige Konzert - noch niemals so abgetanzt in einem Gig, und niemals so viele Leute bei einem Konzert so abtanzen gesehen (”Wo, wenn nicht hier?!?”) -, kurzer Abstecher in die pony bar morgens um eins und am nächsten Morgen Frühstück im Blaues Band. Alles in allem, besonders das Konzert: FETT!

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Eine Woche später Betriebsausflug in den Harz. Ferienwohnung in Schierke: Fahrt mit der Brockenbahn, Wanderung hinunter, Abendessen in Wernigerode, Workshop im gemieteten Heim, am nächsten Tag auf der Rückfahrt nochmal in Goslar gehalten, und dann schon innerlich mit den Hufen geschart, um rechtzeitig zum ersten Deutschen Gruppenspiel gegen Australien wieder in Hamburg zu sein. Große Teile der Nacht und der für den Sonntagvormittag geplante Ausflug in den Klettergarten fielen dem Schierker Feuerstein zum Opfer… Das Highlight in Goslar: Im Paulaner die englischen Übersetzungen der Speisekarte: Allerlei vom Fisch = “A number of things of the fish”… Essen und Location: top!

Eine weitere Woche später das Treffen der deutschen AtlasPROfilax®-Sektion in Zeulenroda in Thüringen. Vernon brachte mich in 3:50 Stunden sicher ans Ziel. Das Bio-Seehotel war Tagungsort und bot 1a-Verpflegung, einen Golfplatz mit drei Bahnen und im Keller eine Bowlingbahn, sowie einen Fitnessraum mit Tischtennisplatte. Am Sonntagmorgen dann vorm Frühstück Joggen am See mit Volker Werner. Schwer gezeichnet nach einstündigem Frühstück in vier Stunden zurück nach Hamburg.

Zurück bleibt das andauernde Gefühl, mit klaren Gedanken und neuer Kraft in die kommenden Wochen gehen zu können. Die Antrengung hat sich gelohnt, und der Ausblick auf das einzig freie Wochenende im Juni stimmt mich froh.

Der Rest des Monats wird bestimmt von The artist formerly known as Panzer. Die Fußball-WM hat längst auch den letzten Grummler in ihren Bann geschlagen und passend, wie vor vier Jahren, schaltet das Wetter in den Modus Traumsommer. Bis zum Halbfinale sehe ich kein Spiel am gleichen Ort, dann reisst leider der “deutsche Faden”. Das Ghana-Spiel sehe ich mit meiner Kollegin in der Dannemann Lounge im HSV-Stadion. Wir sitzen das ganze Spiel draußen vor der Lounge im menschenleeren Stadion und verfolgen das 1:0 über die 60 qm große Leinwand und den merkwürdig hallenden Kommentar von Marcel Reif. Drinnen sind die Bildschirme kleiner und die Luft dicker. Alles richtig gemacht, auch wenn es um 22.15 Uhr dann doch schon recht kühl ist. Zwei Wochen später hätte man sich nach diesen Temperaturen gesehnt…

Wochen- und tagelang nehme ich mir vor, endlich wieder (im Blog) zu schreiben, und auch heute, wo es endlich wieder losgeht, schaffe ich es nur mit Unterbrechungen. Dafür habe ich heute schon ausgeschlafen(!), bin 4,5 Kilometer mit Hund gerannt (nicht gejoggt), habe gelesen, etwas The Open, das dritte Major-Turnier der Golfsaison, auf Sky gesehen, dabei festgestellt, dass ich Tiger Woods nicht mag, ja noch nie wirklich mochte, war mit Freund und dessen Tochter Eis essen im AEZ und amüsiere mich noch immer über meinen gestern ersonnenen Satz: Ich kenne den Osten wie meine Westentasche®!

Fazit des Frühjahrs:
If you follow your nose, your feet will know just where to go.

[Straight On, Terry Hoax; Album: Den Kindern geht es gut und sie lassen grüßen]

Gamla Stan und ein bisschen Schnee

Samstag, Dezember 19th, 2009

Heute morgen beim Frühstück saß ich bei zwei Frauen aus Göteborg am Tisch. Mal abgesehen davon, dass mein nicht vorhandenes Schwedisch nicht ausreichte, um ihrer Unterhaltung zu folgen, reichte es doch zumindest für ein paar Tipps, wohin ich denn heute außer in die Gamla Stan, die Stockholmer Altstadt, gehen könnte. Eine der beiden war so nett, extra ihren Bruder anzurufen, der in der Stadt lebt. Sie empfahl mir im wesentlichen zwei Dinge: Das Vasa-Museum (auch für Museumsmuffel sehr gut geeignet!) und einen Gang in den Stadtteil Söder (, was so viel heißt wie Süden).

Dass das mit dem Museum heute nichts werden würde, war mir eigentlich, allein schon wegen der knappen Zeit, bereits vorher klar. In Söder sollte ich in die Katarina Bangata gehen, eine Straße, die bei einem (abendlichen) Besuch jede Menge guter und interessanter Restaurants bietet. Letzteres finde ich nachher vielleicht noch heraus, aber rechnen tue ich damit nicht.

Gamla Stan_Stockholm_Weihnachtsmarkt

Als ich nämlich gegen halb Drei vorhin von meinem gut zweistündigen Marsch durch die faszinierende Altstadt zurück ins Hotel gekommen bin, lief die heiße Dusche erstmal 20 Minuten ohne Pause. Ich war völlig durchgefroren, hustete in fröhlichen Intervallen vor mich hin und wäre am liebsten in die Sauna gegangen. So schaue ich jetzt nebenher in den Bundesliga-Live-Ticker, schreibe diesen Text und hoffe, dass ich in einer Stunde wieder einigermaßen fit bin. Mein Körper sendet jedenfalls eindeutige Signale, dass er momentan nicht gewillt ist, alles mitzumachen. Träge Kopfschmerzen heute morgen hatten schon darauf hingedeutet.

Zum Thema ‘Der Körper streikt’ hatte ich vorhin auf SPIEGEL Online die Meldung über den Burn-out und das daraus resultierende Buch von Miriam Meckel gefunden. Der Verlag kündigt das Buch unter anderem so an: “Noch nie hat jemand, der so aufs Reden und Kommunizieren spezialisiert ist, so offen über das eigene Verstummen und die persönlichen Erfahrungen mit einem Burnout gesprochen.

Bedauerlich ist dabei, wie ich finde, nur, dass ihre “Läuterungsgeschichte”, die, so der Verlagstext weiter, berühre und aufrüttele, sicherlich kein Einzelschicksal ist. Vielleicht - oder gibt es so etwas schon? - sollte jemand mal in einem Buch die Geschichten von Menschen zusammentragen, die nicht so bekannt sind, und es sich vor allem nicht leisten können, sich mal eben aus ihren Verpflichtungen auszuklinken, wenn der Körper nicht mehr mitmacht. Ohne Familie und Freund ist man dann nämlich verloren. Da fällt mir spontan die Alleinerziehende Mutter zweier Kinder ein, die in der aktuellen Ausgabe des SZ Magazin portraitiert wird. In einer solchen Lebenssituation (und ich behaupte: zahllose Frauen sind im Job Mutter Burn-out-gefährdet) ist man auch ruck zuck ausgebrannt. Ich kenne mich mit Burn-out auch etwas aus, und kann den Verlag und Frau Meckel nur grundsätzlich zu ihrem Projekt beglückwünschen, dessen Thema im Text richtiger- und glücklicherweise mit dem gnadenlosen und zentralen Wort Verstummen richtig beschrieben ist.

Wie bereits gestern notiert und gerne wiederholt: Urlaub kommt von (sich) erlauben. Leider ist es manchmal schon zu viel verlangt, sich zu erlauben, einfach nur zu leben. Dass ich heute gelebt habe, bekamen vor allem meine Finger bitter zu spüren, die in der Kälte von Schnee und Wind das eine oder andere Mal schockgefroren wurden. Gamla Stan und die zahlreichen Fotos waren den Schmerz wert.

Chinese Boxing

Samstag, November 21st, 2009

Wer in Hamburg oder Hannover auf der Suche nach einem Ausgleichssport in Verbindung mit realistischer Selbstverteidigung ist, dem sei das Chinesische Boxen empfohlen. Energiefluss, Stressabbau, Geselligkeit, Koordination und Umgang mit sich und anderen werden dort gezielt oder beiläufig geschult.

Das Wort Boxen führt etwas in die Irre, denn es geht nicht darum, Schläge zu verteilen und mit Kraft zuzuschlagen, sondern… Auf der Website der Hamburger Schule finden Interessierte einen Überblick und Erläuterungen zu diesem faszinierenden Sport, auf den ich nicht mehr verzichten möchte.

Denn mit einem Lächeln geht alles leichter.

Pony-Grippe ist uncool, die braucht kein Schwein!

Sonntag, November 8th, 2009

Bis Anfang der vergangenen Woche konnte ich bei passender Gelegenheit noch erzählen, dass ich seit fast zwölf Monaten keine Erkältung mehr gehabt habe. Doch seit Mittwoch sind die Pferde - genau genommen die Ponys - mit mir durchgegangen. Die Pony-Grippe hat mich voll erwischt!

Wer braucht schon die Vogelgrippe oder Katzengrippe?! Das waren so in etwa meine Gedanken vor der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag. Auch Fieber ist in meinem Dasein der letzten 25 Jahre ein Zustand, dessen Häufigkeit ich an zwei Fingern abzählen konnte. War, konnte, hatte - alles Vergangenheit, denn jetzt dachte ich doch eher ans Krepieren und fühlte mich rückwirkend etwas überheblich, andererseits habe ich einen solchen körperlichen Stromausfall einfach seit fernen Kindestagen so nicht mehr erlebt. Demut war und ist gefragt.

Der mir stets lästige und ungeliebte Gang zum Arzt war unvermeidlich geworden. Allerdings machte ich mir keine Illusionen bzgl. einer genauen Diagnose oder für den (nicht?) unwahrscheinlichen Fall der Nutzung des bösen S-Wortes von Arztseite. Denn was das böse S-Wort angeht, gibt es wohl in der Regel nur Ahnungslosigkeit (über die Hintergründe) und Panik(mache). Dazwischen muss man mit der Lupe suchen.

Seit Donnerstag und Freitag weiß ich jedenfalls, dass der glücklich sein kann, der in einer solchen Situation einen landarztmäßigen Hausbesuch von seinem Arzt erhält. Denn jeder Schritt nach draußen nach einer Nacht mit 40 Grad Fieber ist zu viel. Donnerstagnachmittag vergebens ins UKE (Original-Dialog in der Infektologie: “Gehen Sie in die Notaufnahme, wir schließen in zehn Minuten. Oder zu Ihrem Hausarzt.”//”OK, aber was würde man denn jetzt mit mir machen, in der Notaufnahme oder beim Hausarzt?”//”Ja, das kann man nicht so leicht sagen. In erster Linie Isolation und Ausruhen.”//”Aha, …danke. Schönen Feierabend.”//”Danke, tschüß.”)

Ich also am nächsten Morgen zur Hausärztin am Klosterstern. Dort klingelte schon bei meiner Ankunft unablässig das Telefon, was sich in den nächsten zweieinhalb Stunden meiner Anwesenheit nicht ändern sollte. Auch im Wartezimmer kommt man natürlich am bösen S-Wort nicht vorbei. Fazit am Ende: Selbst wenn es die Pony-Grippe ist bzw. war, dann ist das schlimmste mit dem Fieber jetzt sowieso bereits überstanden. D’accord. Allerdings handelt es sich so oder so um eine schwere Vireninfektion. Hm, ok. Temperatur jetzt um halb elf bei 38,1 Grad. Das geht. Noch.

In der Schule meiner Nichten in Klein Borstel ist die Schulpflicht vorläufig aufgehoben. Aber die Frage, die nicht nur im Zusammenhang damit ständig auftaucht, lautet doch: Wozu? Wozu zu Hause bleiben, wenn man nicht krank ist? Wozu sich impfen lassen, wenn unklar ist, ob der Nutzen größer ist als der Schaden? Wozu die ganze Hysterie? Und vor allem: Was passiert, wenn die echte Pony-Grippe kommt?! Da Schweine nicht wirklich schnell laufen können, befürchte ich im übertragenen Sinne doch, dass dann endgültig alle Gäule (mit uns) durchgehen werden, oder?!

Jedenfalls sterben jedes Jahr in Deutschland an der “normalen” Grippe 6.000 bis 40.000 Menschen. Das scheint aber komischerweise niemanden zu beunruhigen oder zur medialen Hektik zu verleiten. Merkwürdig, wo doch in Deutschland bisher die Zahl der am bösen S-Wort Gestorbenen deutlich unter 100 liegt (, was natürlich trotzdem bedauerlich ist). Es liegt also an der Konstitution und den individuellen Umständen, ob etwas und was passiert.

Nachdem ich heute Tag 4 meiner hoffentlich morgen endenden Kasernierung begehe, möchte ich für das Protokoll lediglich festhalten:

Pony-Grippe ist voll uncool, die braucht wirklich kein Schwein!

Startschwierigkeiten

Mittwoch, Januar 2nd, 2008

Das übliche Neujahrsritual musste leider ausfallen. Die Laufschuhe blieben ungeschnürt. Ich hatte am Morgen Obst gegessen, eine Kiwi und zwei Äpfel der Marke Pink Lady. Letztere - so vermute ich - waren äußerlich stark behandelt worden. Selbst nach mehrmaligem Abwaschen reichte es noch locker, um mir zunächst heuschnupfenartige Symptome wie juckende Augen zu bescheren. Das rechte beruhigte sich dann wieder, das linke schwoll fast zu. Selbst der Glaskörper war betroffen.

Ich war kurz davor zum Notarzt zu fahren. Das Problem ist nur, dass ich grundsätzlich erst zu einem Arzt gehe, wenn es gar nicht mehr anders geht, sprich, wenn das Auge schon rausgefallen ist. (Jedenfalls habe ich mir vorgenommen, nie wieder einen Apfel dieser Sorte zu essen. Meistens esse ich Braeburn-Äpfel. Die sind allerdings auch nicht immer frei von Verdachtsmomenten. Denjenigen, den ich heute morgen aß, konnte ich aber glücklicherweise wieder ohne Nebenwirkungen zu mir nehmen. Herzlichen Dank.)

Im Laufe des Nachmittags wurde es dann langsam besser, allerdings hatte ich mindestens Merkmale einer leichten Infektion. Den Start ins neue Jahr hatte ich mir irgendwie anders vorgestellt.

Schon ein paar Mal in den letzten Wochen war mir nach dem Verzehr bestimmter Lebensmittel unwohl geworden. Plötzliche Kopfschmerzen, Kreislaufprobleme und andere Nettigkeiten stellten sich ein. Klar, Kopfschmerzen können viele Ursachen haben. Wenn man aber gerade vom Mittagstisch beim Chinesen zurück kommt und genau wie beim Mal davor aus dem Nichts besagte Schmerzen auftreten, dann denkt man unwillkürlich an Geschmacksverstärker etc. Heute gleich wieder: Pommes und ein Chicken Wrap beim Amerikaner (Mc Donald’s) und schon drückt der Schädel. War es die Soße oder doch der Teigmantel samt Gewürzmischung?

Nun gut, an Laufen war nicht zu denken, dafür hatte ich am Sonntag zumindest noch für “Vorrat” gesorgt, indem ich zwei Runden um die Alster gerannt war. Das kam nur dadurch zustande, dass ich unterwegs einen Freund getroffen hatte. Eine dreiviertel Runde bestritten wir dann samt Unterhaltung gemeinsam: Ich wurde langsamer und er spazierte schneller. Am Ende verabschiedeten wir uns vorm Atlantic. Ich fror, war klitschnass und hatte, je nach Tempo, noch gut 15 Minuten bis Bobby Reich vor mir. Ich stöpselte also die Ohrhörer wieder ein und rannte los wie ein Irrer. Was tut man nicht alles, wenn einem kalt ist.

Zu Hause wartete bereits die warme Wanne. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich das letzte Mal innerhalb weniger Tage so oft gebadet habe. Ohne Badewanne wäre ich gestorben! Und ohne Wanne hätten sich nach den vielen Kilometern der letzten Tage meine Beine kaum erholt.

Die DVD-Auswahl für den heutigen Abend: Lost in Translation. Alternativ: Syriana oder The Good Shepherd. Mal sehen.

Übrigens: Frohes neues Jahr!